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Bildung und Kultur

Stolperstein mit Rosen

Kein Verstecken: Opfer von Nazi-Verbrechen müssen im Stadtbild sichtbar bleiben!

Veröffentlicht am 30.09.2026

Der Stadtrat im sächsischen Heidenau hat am 24. September 2026 beschlossen, dass in der Stadt künftig keine weiteren Stolpersteine im öffentlichen Straßenland mehr verlegt werden sollen. Die SPD warnt schon lange vor jeglicher Zusammenarbeit mit den Rechten: Der Vorgang zeigt, dass es dabei mitnichten – wie oft behauptet – nur um Sachthemen geht. Die Brandmauer darf nicht untergraben werden!

Dem Beschluss des Stadtrats von Heidenau lag ein gemeinsamer Antrag von AfD, CDU und der Bürgerinitiative Oberelbe zugrunde. 13 Ratsmitglieder stimmten für den Antrag, sechs dagegen, eine Person enthielt sich. Die Antragsteller verwiesen darauf, dass Teile der Bevölkerung Stolpersteine nicht als angemessene Form des Gedenkens empfänden. Stattdessen solle an die Opfer des Nationalsozialismus künftig auf dem Friedhof erinnert werden.

Die SPD-Fraktion Steglitz-Zehlendorf kritisiert den Beschluss scharf: »Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus muss im Alltag sichtbar bleiben und darf nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden. Stolpersteine erinnern an konkrete Lebensgeschichten und zeigen eindrücklich, dass die Verfolgten und Ermordeten unsere Nachbarn, Kolleginnen, Freunde waren«, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Carolyn Macmillan. »Wir warnen schon lange vor den Folgen einer Zusammenarbeit von CDU und AfD. Der Beschluss von Heidenau zeigt, dass es mitnichten – wie oft behauptet – nur um Sachthemen geht, sondern um einen Angriff auf gelebte Erinnerungskultur. Wir fordern die CDU auf, die Brandmauer auch auf lokaler Ebene strikt aufrecht zu erhalten. Wer mit den Antidemokraten kollaboriert, untergräbt das Fundament unserer Gesellschaft!«

Ein Stolperstein wird verlegt

In Steglitz-Zehlendorf hat die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus einen festen Platz im öffentlichen Raum. Der zentrale Erinnerungsort, die Spiegelwand am Hermann-Ehlers-Platz, feierte im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Der Errichtung vorausgegangen war eine jahrelange Blockade des Projekts in der BVV – betrieben von CDU, FDP sowie den rechtsradikalen Republikanern. Erst als der damalige Bausenator Wolfgang Nagel (SPD) das Verfahren an sich zog, endete das beschämende Schauspiel. Auch Stolpersteine wurden und werden im Bezirk verlegt, mehr als 700 sind es allein in Steglitz-Zehlendorf. Die SPD-Fraktion hat diese Form des lebendigen Gedenkens stets unterstützt: »Stolpersteine sind ein Bestandteil unserer Erinnerungskultur, weil sie Geschichte in den Alltag holen. Sie geben den Opfern des Nationalsozialismus ihre Namen und ihre persönlichen Geschichten zurück, und erinnern uns daran, dass die Betroffenen von Verfolgung und Ausgrenzung Menschen aus unserer Nachbarschaft waren«, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta. »Der Verlegung eines neuen Stolpersteins gehen aufwendige Recherchen voraus. Diese werden in aller Regel von Privatpersonen oder zivilgesellschaftlichen Initiativen durchgeführt. Für dieses Engagement möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Eine Demokratie braucht Zeichen der Erinnerung – sichtbar, dezentral und mitten unter uns!«

Mehr Informationen über das Projekt sowie eine Übersicht über alle Berliner Stolpersteine finden Sie hier, unsere Pressemitteilung können Sie unter diesem Link herunterladen (PDF).

Standpunkt: Bildung und Kultur

Eingang der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek

Wenn das keine Zensur ist: Politischer Eingriff in die Stadtbibliothek

Veröffentlicht am 08.09.2026

Ende Juli berichtete die Presse über einen politischen Eingriff in die Veranstaltungsplanung der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek. Auf Druck von CDU-Bildungsstadträtin Malgorzata Sijbrandij mussten mehrere geplante Drag-Lesungen abgesagt werden. Zudem sollten künftig alle Pressemitteilungen der Bibliothek der politischen Leitung zur Freigabe vorgelegt werden.

Carolyn Macmillan, Co-Vorsitzende der SPD-Fraktion Steglitz-Zehlendorf, konfrontierte die Stadträtin in einer Schriftlichen Anfrage mit dem Vorgang. Die Antwort des Bezirksamts liegt seit dem 1. September vor. In ihrer Antwort weist die Stadträtin den Begriff der »politischen Vorabprüfung« zurück. Gleichzeitig bestätigt sie jedoch, dass Pressemitteilungen der Bibliotheken künftig zunächst von der politischen Leitung freigegeben werden müssten – und sich diese mit konkreten Vorgängen befassen kann, wenn eine Entscheidung auf Leitungsebene erforderlich erscheint.

Doch wann ist eine solche Entscheidung erforderlich? Die Antwort nennt zwar Kriterien wie »Sachlichkeit«, »Zugänglichkeit« und »Bildungsorientierung«, legt aber keine klare Eingriffsschwelle fest. Die Stadträtin erklärt zudem, dass kontroverse Inhalte nicht abgeschwächt oder unsichtbar gemacht werden dürften. Gleichzeitig bleibt jedoch offen, nach welchen Kriterien sie entscheidet, wann eine Veranstaltung noch als sachlich, zugänglich und für die »Breite der Stadtgesellschaft« geeignet gilt. »Gerade weil diese Kriterien nicht transparent geregelt sind, entsteht ein erheblicher Ermessensspielraum für politische Einzelfallentscheidungen«, kritisiert Macmillan.

Der Tagesspiegel hatte Anfang August nach Akteneinsicht berichtet, dass die Stadträtin die Bibliotheken »für eine weitere Drag-Lesung nicht öffnen« wolle. Aus der Veranstaltungsankündigung zu »Queere Tiere« seien zudem kritische Passagen über Geschlechterrollen, gesellschaftliche Normen und Familienbilder entfernt worden. Dazu erklärt Carolyn Macmillan: »Eine öffentliche Bibliothek muss kontroverse Inhalte nicht so lange abschleifen, bis sie möglichst breit akzeptabel erscheinen! Sie muss Auseinandersetzung ermöglichen – auch dann, wenn Inhalte irritieren oder provozieren. Wenn daraus keine Zensur entstehen soll, braucht es klare Regeln – die vorliegende Auskunft des Bezirksamts lässt diesbezüglich weit mehr Fragen offen, als sie Antworten liefert.«

Die Schriftliche Anfrage finden Sie hier, unsere Pressemitteilung können Sie unter diesem Link herunterladen (PDF).

Standpunkt: Bildung und Kultur

Eingang der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek

Drewitz-Bibliothek: Stadträtin streicht queere Veranstaltungen

Veröffentlicht am 28.07.2026

Die CDU-Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport greift in die Programmautonomie der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek ein. Queere Lesungen müssen abgesagt werden, Veröffentlichungen werden zensiert. Die SPD-Fraktion Steglitz-Zehlendorf kritisiert die Eingriffe in die Veranstaltungs­planung und Öffentlichkeitsarbeit scharf.

Wie vor wenigen Tagen aus der Presse zu erfahren war, musste die Ingeborg-Drewitz-Bibliothek auf Druck von Malgorzata Sijbrandij, CDU-Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, mehrere geplante Drag-Lesungen absagen. Zudem wurde eine Pressemitteilung zur Lesung der lesbischen und atheistischen Autorin Magda Wystub über­arbeitet; künftig sollen Pressemitteilungen der Bibliothek der politischen Leitung zur Freigabe vorgelegt werden. Besondere Aktualität erhält das Thema durch den Anschlag auf den CSD am vergangenen Sams­tag – queerfeindliche Anfeindungen waren jedoch auch zuvor schon für viele Menschen schmerzhafte, alltägliche Realität.

Für die SPD-Fraktion werfen die Vorgänge grundsätzliche Fragen nach der Programmautonomie öffent­licher Kultureinrichtungen und dem Umgang mit queeren Themen auf. Öffentliche Bibliotheken sind Orte der Bildung, der Begegnung und des freien Austauschs. Politische Einflussnahme auf fachliche Entscheidungen darf deshalb nicht zur Regel werden – erst recht nicht, wenn sie sich erkennbar gegen queere Inhalte richtet. Aus Sicht der SPD steht dies im Widerspruch zum Selbstbild Berlins, eine weltoffene und vielfältige Regenbogenhauptstadt zu sein.

Ellinor Trenczek, Sprecherin für Bildung und Kultur der SPD-Fraktion, erklärt: „Vielfalt ist keine Provokation, sondern Ausdruck einer demokratischen Gesellschaft. Queere Bildungs- und Kulturangebote sind Teil der Demokratiebildung. Diese unter dem vorgeschobenen Argument des angeblichen ‚Kinderschutzes‘ und aus Sorge vor möglichen Kontroversen einzuschränken, stärkt queerfeindliche Ressentiments und stellt queere Menschen und Drag als Kunstform unter einen nicht gerechtfertigten Generalverdacht. Wenn die Bezirksstadträtin vor diesem Hintergrund Lesungen queerer Menschen verbietet, dann stärkt sie damit Positionen von Ausgrenzung und Einschüchterung und drängt queere Menschen in die Unsichtbarkeit. Dabei müssen gerade öffentliche Einrichtungen Räume sein, in denen Menschen unterschiedliche Lebensrealitäten selbstverständlich leben und erleben können. Ein glaubwürdiges Bekenntnis zu Vielfalt erschöpft sich nicht in Symbolen oder Worten, sondern zeigt sich darin, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe aktiv zu ermöglichen und zu gestalten.“

„Der Anschlag auf den CSD macht auf erschütternde Weise deutlich, wie wichtig es ist, dass Politik für Offenheit, Vielfalt und Respekt eintritt. Wer politische Verantwortung trägt, sollte Menschen darin bestärken, sie selbst zu sein – nicht Signale senden, die Vielfalt zurückdrängen“, erklärt Carolyn Macmillan, SPD-Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Frauen*, Gleichstellung und Queer. „Für mich steht Drag für den Mut, das eigene Ich nach außen zu tragen und sich nicht aus Angst vor den Reaktionen anderer zu verstecken. Gerade Kindern sollten wir früh vermitteln, dass jeder Mensch anders sein darf – unabhängig davon, wie er aussieht, welche Interessen er hat oder wen er liebt. Niemand sollte sich verbiegen müssen, um dazuzugehören.“

Der Anschlag auf den Berliner CSD zeige, dass der Weg zu einer offenen Gesellschaft noch lang sei, so Macmillan: „Wir müssen gemeinsam entschlossen daran arbeiten, Vorurteile abzubauen, Offenheit zu fördern und queere Menschen wirksam zu schützen. Gerade vor diesem Hintergrund ist die Absage der Veranstaltungen in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek falsch und sollte rückgängig gemacht werden.“

Unsere Pressemitteilung als PDF zum Herunterladen finden Sie unter diesem Link.

Standpunkt: Bildung und Kultur

Guernica-Gedenken 2026

Spanische Allee: Dreieinhalb Jahre Winterschlaf

Veröffentlicht am 18.07.2026

Im September 2022 wurde ein Antrag zur Umwidmung in der BVV Steglitz-Zehlendorf beschlossen. Seither herrscht Stillstand.

Im April 1937 wurde die baskische Stadt Guernica von Kampfflugzeugen der deutschen Legion Condor, die auf Seiten des faschistischen Diktators Franco in den spanischen Bürgerkrieg eingriff, bombardiert. Ziel des Angriffs war die Vernichtung der Zivilbevölkerung. Dieses Kriegsverbrechens gedenkt der Deutsch-baskische Kulturverein in jedem Jahr auf dem Guernicaplatz in Schlachtensee – auch zahlreiche Mitglieder der SPD-Fraktion sowie der lokalen Abteilung sind stets vor Ort.

Der kleine Platz, der an die Verbrechen der Faschisten erinnern soll, liegt an der Spanischen Allee. Die Straße, die bis dahin schlicht „Wannseestraße“ hieß, wurde im Juni 1939 von den Nationalsozialisten umbenannt, um die Rückkehr der Legion Condor zu feiern – diese fragwürdige „Ehrung“ findet sich bis heute auf den Widmungsplaketten sowie im offiziellen Berliner Straßenverzeichnis. „Ein unerträglicher Zustand, gegen den wir schon seit vielen Jahren kämpfen“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta. Dabei möchte die SPD den Namen der Straße nicht ändern, sondern allein die Widmung. Im September 2022 wurde ein entsprechender Antrag von der BVV Steglitz-Zehlendorf beschlossen.

Guernica-Platz Spanische Allee

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Bis heute wurde der BVV-Beschluss nicht umgesetzt. Im Mai stellte Buchta daher eine Kleine Anfrage an das Bezirksamt, in der er sich nach dem Stand der „Umdeutung“ erkundigt. Die Antwort erstaunt: Der zuständige Stadtrat von den Grünen beantwortet die sechs Fragen nur ausweichend, dafür in lockerem Tonfall. So beschreibt er die Diskussion um eine Änderung der Erläuterung des Straßennamens als „spannende juristische Perspektive“, die er „der Leiterin des Rechtsamtes mitgeteilt“ habe. Was dabei herausgekommen ist? „Am Ende werden wir auch hier zwei Juristen und drei Meinungen haben“. Für eine offizielle, amtliche Auskunft eine erstaunliche Aussage. Weiter stellt der Stadtrat fest, dass der neuen Ehrung „eine andere gute Bedeutung zugeschrieben werden“ müsse (was der Beschluss der BVV bereits vermerkt), „hierüber müsste man sich ebenfalls vertieft Gedanken machen […]. Dies werde ich in jedem Fall anregen“. Na dann.

„Vor dem Hintergrund, dass seit Herbst 2022 bereits dreieinhalb Jahre vergangen sind, muss man wohl sagen, dass das Thema das Bezirksamt nicht besonders interessiert“, stellt Buchta fest. „Auf meine sehr konkrete Bitte in der Kleinen Anfrage, darzulegen, wann dieses offenbar recht kurze Gespräch mit dem Amt stattgefunden hat, geht er gar nicht erst ein – das darf man durchaus als Missachtung des Fragerechts der Bezirksverordneten werten. Für jemanden, der nach der Wahl Bezirksbürgermeister werden möchte, sind das jedenfalls keine guten Vorzeichen“. Für die SPD-Fraktion steht fest: Die Ehrung von Kriegsverbrechern gehört beendet – ganz besonders in einem klaren und einfach zu lösenden Fall wie diesem.

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Standpunkt: Bildung und Kultur

Carolina Böhm und Ina Czyborra auf der Steglitzer Festwoche

Alle Jahre wieder: Steglitzer Festwoche lockt Groß und Klein

Veröffentlicht am 04.06.2026

Die Steglitzer Festwoche ist gestartet, bis zum 7. Juni warten zahlreiche Fahrgeschäfte, Spielangebote und kulinarische Stände im Festpark am Teltowkanal auf die Besucherinnen und Besucher. Die SPD-Fraktion war bei der Eröffnung dabei.

Für die Familien in Steglitz-Zehlendorf ist es ein Pflichttermin, für die Bezirkspolitik sowieso: Am 22. Mai öffnete die Steglitzer Festwoche im Festpark am Teltowkanal ihre Tore. Mit dem traditionellen Fassbieranstich durch Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg gemeinsam mit Michael Roden vom Berliner Schaustellerverband fiel der offizielle Startschuss für eines der größten Bezirksfeste Berlins. Noch bis zum 7. Juni warten zahlreiche Fahrgeschäfte, Spielangebote und kulinarische Stände auf die Besucherinnen und Besucher. Ein Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist der neue Kettenflieger „Around the World XXL“, der in 80 Metern Höhe einen spektakulären Blick über den Bezirk ermöglicht.

Carolyn Macmillan und Bettina Kirsch bei der Steglitzer Festwoche
Neben den Attraktionen auf dem Festgelände gibt es auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Bühnen- und Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Shows und Aktionen für Groß und Klein – bei freiem Eintritt. An der Eröffnung nahmen neben mehreren Mitgliedern der SPD-Fraktion Steglitz-Zehlendorf auch SPD-Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra sowie Gesundheitsstadträtin Carolina Böhm teil. „Man sieht, wie viel Arbeit und Engagement hinter so einem Fest stehen“, meint die SPD-Fraktionsvorsitzende Carolyn Macmillan: „Vielen Dank an alle, die die Steglitzer Woche Jahr für Jahr organisieren und damit viele unvergessliche Momente für die Menschen im Bezirk möglich machen!“

Ehemalige und aktuelle Bezirksbürgermeister beim Bieranstich bei der Steglitzer Festwoche

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Standpunkt: Bildung und Kultur

Guernica-Gedenken 2026

Guernica-Gedenken: Bezirksamt bremst bei Umwidmung

Veröffentlicht am 15.05.2026

Die SPD-Fraktion gedachte des Angriffs auf die Bevölkerung in der baskischen Stadt Guernica im April 1937 – und fordert für den 90. Jahrestag eine offizielle Gedenkfeier des Bezirksamts. Bis dahin sollte auch endlich die Spanische Allee umgewidmet sein.

Am 26. April 1937 wurde die baskische Stadt Guernica von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Der Angriff im Spanischen Bürgerkrieg traf gezielt die Zivilbevölkerung und wurde zu einem Symbol für die Schrecken moderner Kriegsführung. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause, viele ihr Leben. Am vergangenen Sonntag wurde wie in jedem Jahr dieses Verbrechens gedacht. Auf dem Guernicaplatz in Schlachtensee wurde dabei auch an die deutsche Verantwortung erinnert und an das klare Bekenntnis: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Der Name des Platzes geht auf eine Initiative der SPD zurück, die damit gleichzeitig auf einen weiterhin anhaltenden Missstand aufmerksam machen wollte: Die Benennung der Spanischen Allee zu Ehren der faschistischen „Legion Condor“ – eben jenes verbrecherischen Verbands der Luftwaffe, der für die Zerstörung der Stadt Guernica und den Tod so vieler Zivilisten verantwortlich gewesen war. Nach jahrelangem Einsatz der SPD hatte die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf im September 2022 endlich beschlossen, die Widmung der Straße anzupassen – und anstatt einer Gruppe von Kriegsverbrechern der europäischen Einigung, der deutsch-spanischen Freundschaft und des Siegs über den Faschismus zu gedenken.

Michael Karnetzki, Olemia Flores Ramirez, Alexander Grapentin, Norbert Buchta, Roman Gerhardt

Tatsächlich hat das Amt das Prüfverfahren bis heute nicht abgeschlossen, wurde die Widmung nicht geändert. Für die kommende Sitzung der BVV hat die SPD-Fraktion daher eine Anfrage eingereicht, in der sie sich nach dem Stand des Verfahrens erkundigt. Das Amt wird zudem aufgefordert, darzulegen, welche konkreten Schritte es in den vergangenen dreieinhalb Jahren unternommen hat, um dem Beschluss nachzukommen. „Wir würden uns sehr wünschen, dass bis zum kommenden Jahr, in dem wir des 90. Jahrestags der Zerstörung von Guernica gedenken, diese unpassende ‚Ehrung‘ endlich aus dem Straßenbild unseres Bezirks verschwunden ist“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta, der auch in diesem Jahr wieder mit Mitgliedern der Fraktion sowie der lokalen SPD-Abteilung Seenplatte am Gedenken teilgenommen hat. Für den 90. Jahrestag im kommenden Jahr möchte die SPD-Fraktion außerdem erreichen, dass das Bezirksamt die offizielle Gedenkfeier gemeinsam mit dem deutsch-baskischen Kulturverein ausrichtet. „Es wäre schön, wenn dann auch der Platz und das Schild etwas gereinigt und hergerichtet werden könnten“, wünscht er sich.

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Standpunkt: Bildung und Kultur

Rik De Lisle

Berliner Radiolegende: Den „alten Ami“ ehren

Veröffentlicht am 13.05.2026

Radiomoderator Rik De Lisle begeisterte Generationen von Radiohörenden und brachte den Berlinerinnen und Berlinern die moderne amerikanische Musik näher. Ende März ist De Lisle verstorben, die SPD-Fraktion möchte ihn mit einer Platzbenennung ehren.

Am 30. März ist der bekannte Moderator Rik De Lisle im Alter von 79 Jahren verstorben. Der gebürtige Amerikaner prägte die Berliner Radiolandschaft über viele Jahrzehnte: Viele junge Menschen in West-Berlin, aber auch in der DDR kamen durch seine Sendungen erstmals in Kontakt mit aktueller, amerikanischer Musik. Er erweiterte den kulturellen Horizont seiner Hörerinnen und Hörer beiderseits der Mauer, und trug damit zum friedlichen Austausch und Verständnis über alle Grenzen hinweg bei. Vor dem Hintergrund der Entfremdung während des Vietnamkriegs setzte er sich für ein positives Amerika-Bild ein. Nach dem Mauerfall baute er Brücken zwischen Musikerinnen und Musikern aus Ost und West.

Mit unserem Bezirk verbindet Rik De Lisle eine lange Beziehung: Ab 1978 ging er beim American Forces Network (AFN) in der Podbielskiallee in Dahlem auf Sendung. Seine letzten Lebensjahre war De Lisle in Lichterfelde zuhause, und seinem Kiez eng verbunden.

Die SPD-Fraktion möchte De Lisle angemessen würdigen und schlägt daher vor, eine Straße oder einen Platz im Bezirk nach ihm zu benennen. „Gerade in heutigen Zeiten wäre eine Straßenbenennung nach Rik De Lisle ein wichtiges Zeichen für die deutsch-amerikanische Freundschaft“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Carolyn Macmillan, die selbst kanadische Wurzeln hat. Sie beantragt daher, Rik De Lisle auf die bezirkliche Straßenbenennungsliste zu setzen. „In den kommenden Jahren wird es im Neubaugebiet in Lichterfelde Süd eine Reihe von Straßen zu benennen geben – ich würde mich freuen, wenn eine davon Rik De Lisle gewidmet würde“. Zunächst sei jedoch die gesetzliche Frist von fünf Jahren nach dem Tod abzuwarten, bevor eine Straße oder ein Platz nach einer Person benannt werden dürfe, so Macmillan.

Ein sehenswertes filmisches Portrait über Rik De Lisle von Patrick Meyer vom Kiez.Report finden Sie unter diesem Link (YouTube).

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Standpunkt: Bildung und Kultur

Singende Ukrainerinnen in Tracht

Solidarität mit Charkiw – für Frieden in der Ukraine

Veröffentlicht am 05.03.2026

Seit vier Jahren leidet die ukrainische Bevölkerung unter Angriffen auf Städte und zivile Infrastruktur. Zum Jahrestag des russischen Überfalls versammelten sich Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aller demokratischer Parteien in der BVV Steglitz-Zehlendorf, um an den Beginn des Krieges zu erinnern und ihre Solidarität mit der Ukraine zu zeigen.

Am Dienstag, den 24. Februar jährte sich der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zum vierten Mal. Am 24. Februar 2022 startete Russland seinen völkerrechtswidrigen Großangriff auf das demokratische Nachbarland. Seither leidet die ukrainische Bevölkerung unter anhaltendem Beschuss, insbesondere die gezielten Angriffe auf die zivile Infrastruktur sollen die Menschen zermürben und zur Aufgabe zwingen. Bomben, Raketen und Drohnen sind alltägliche, bittere Realität.

Was es bedeutet, mitten im Winter ohne Strom und Wärme zu sein, mussten auch viele Menschen in Steglitz-Zehlendorf vor wenigen Wochen erleben. „Hier bei uns war der Ausnahmezustand auf einen Teil der Stadt begrenzt, Hilfe war schnell vor Ort, und nach wenigen Tagen kehrte die Normalität zurück. Für die Menschen in der Ukraine hält die Situation seit Jahren an, ein Ende ist weiterhin nicht abzusehen“, erinnert der SPD-Bezirksverordnete Rainer Ziffels: „Trotzdem hat uns das einen kleinen Eindruck davon gegeben, was die ukrainische Bevölkerung erleiden muss“.

Rainer Ziffels legt Blumen nieder

Um an den Beginn des russischen Einmarschs zu erinnern und ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck zu bringen, fanden sich wie in jedem Jahr zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vertreterinnen und Vertreter aller demokratischen Parteien in der BVV im Charkiw-Park in Steglitz ein. „Der Krieg in der Ukraine geht jetzt ins fünfte Jahr. Jeden Tag sehen wir seither die gleichen Bilder von Zerstörung und Tod im Fernsehen. An Unrecht und Terror dürfen wir uns niemals gewöhnen. Allein die Ukrainerinnen und Ukrainer entscheiden über ihre Zukunft!“, so Ziffels.

Der Park hinter hinter der Schwarztschen Villa trägt seit Oktober 2022 den Namen der Partnerstadt von Steglitz-Zehlendorf, die besonders schwer von dem russischen Bombardement betroffen ist. Die jährlichen Gedenkveranstaltungen werden organisiert vom Städtepartnerschaftsverein Steglitz-Zehlendorf.

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Standpunkt: Bildung und Kultur

Grabstein von Hildegard Knef auf dem Waldfriedhof Zehlendorf

Hildegard Knef zum Hundertsten

Veröffentlicht am 12.01.2026

Filmemacher Eberhard Weißbarth gedachte in einer Veranstaltung auf dem Waldfriedhof Zehlendorf dem hundertsten Geburtstag der Diva, die wie kaum eine zweite das Berliner Lebensgefühl auf der Leinwand verkörperte.

Am 28. Dezember hätte die Schauspielerin, Sängerin und Autorin Hildegard Knef ihren 100. Geburtstag begangen. Aus diesem Anlass lud Filmemacher Eberhard Weißbarth einen Tag später zu einer Gedenkfeier auf dem Waldfriedhof Zehlendorf ein. Obwohl in Ulm geboren, wird Knef von den meisten wohl vor allem mit Berlin verbunden, wo sie ab dem sechsten Lebensjahr aufwuchs und als junge Frau ihre ersten großen Erfolge feierte.

Ab 1946 war sie am Schlosspark-Theater in Steglitz zu sehen. Noch im gleichen Jahr erhielt sie die Hauptrolle im ersten deutschen Film der Nachkriegszeit, „Die Mörder sind unter uns“. Einen handfesten Skandal lieferte 1950 der Film „Die Sünderin“, der die Themen Prostitution und Suizid behandelte, und Knef obendrein in einer kurzen Nacktszene zeigte – was in der damaligen Gesellschaft zu Protesten (für und gegen den Film) und Aufführungsverboten führte. In der Folgezeit lebte Hildegard Knef für viele Jahre in den USA, verkehrte mit Marlene Dietrich und Marilyn Monroe. Später feierte sie vor allem Erfolge als Sängerin, ihr Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ ist bis heute ein Evergreen.

Filmemacher Eberhard Weißbarth und der SPD-Bürgerdeputierte Roman Gerhardt

Nach ihrem Tod im Jahr 2002 wurde Hildegard Knef auf dem Waldfriedhof Zehlendorf beigesetzt. Bei der Veranstaltung am Montag, nur wenige hundert Meter vom Grab entfernt, berichtete Eberhard Weißbarth von Schwierigkeiten, skurrilen Momenten, aber auch herzlicher Nähe und Freundschaft bei der Arbeit an seiner Fernsehdokumentation, die er im Jahr 1990, direkt nach dem Mauerfall, mit und über Hildegard Knef in Berlin drehte. In mehreren kurzweiligen Anekdoten ließ Weißbarth sowohl die schillernde Diva als auch die gebrochene Frau, die unter Krankheiten sowie ihrer Zigaretten- und Alkoholabhängigkeit litt, lebendig werden. Den Abschluss der Gedenkfeier bildete die Vorführung der RIAS-Dokumentation, die Knef bei ihrer Rückkehr an die Stationen ihrer Jugend und frühen Karriere begleitet.

Standpunkt: Bildung und Kultur

Eingang des Kinos Capitol in Dahlem

Capitol-Kino und Blätterlaube erhalten!

Veröffentlicht am 01.11.2025

Nach Erhöhungen im vergangenen Jahr sollen die Berliner Hochschulen im laufenden weniger Zuschüsse erhalten – die Freie Universität (FU) überlegt daher, das Gebäude des Capitol-Kinos an den Senat zurückzugeben. Die SPD-Fraktion macht sich für den Erhalt der Kulturinstitution stark.

Im Rahmen des Berliner Doppelhaushalts 2025/2026 wurden den Fachressorts von CDU-Finanzsenator Evers strikte Sparvorgaben gemacht – auch der für Gegenwart und Zukunft der Stadt so wichtige Wissenschaftssektor wurde nicht verschont. Steglitz-Zehlendorf ist als Sitz der Freien Universität direkt betroffen: Als die FU nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, standen nur wenige geeignete Gebäude zur Verfügung. Die Forschungsinstitute und Lehrsäle wurden daher auf zahlreiche ehemalige Wohnhäuser im Dahlemer Villenviertel verteilt. Diese Besonderheit führte zu einer engen Vernetzung mit den Menschen im Kiez – die bis heute anhält.

Zu den Liegenschaften der Universität gehört auch das Kino Capitol in der Thielallee. Das Gebäude wird seit 1946 für Filmvorführungen genutzt. Bekannt wurde es vor allem durch Gerhard Klein: Der Holocaust-Überlebende, dessen Eltern im Konzentrationslager ermordet worden waren, kehrte nach dem Krieg nach Berlin zurück. Ab 1956 leitete er das Capitol für 30 Jahre. „Dieser historische Hintergrund begründet für die Stadt Berlin eine besondere Verantwortung, der wir uns nicht entziehen dürfen“, betont der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta.

Gefährdet ist auch die „Blätterlaube“: Studierende und FU-Mitarbeitende haben hier gemeinsam mit Anwohnenden einen ökologischen Garten angelegt. Seminare, Workshops und Fortbildungen finden hier ebenso statt wie der Tag der Stadtnatur und die Nacht der Wissenschaften. „Die Blätterlaube als mehrfach ausgezeichnetes Klimaschutzprojekt ist ein erhaltungswürdiger Ort, an dem Nachhaltigkeit wortwörtlich wächst“, erklärt Rainer Ziffels, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Im Oktober wurde ein gemeinsamer Antrag von SPD, FDP und Grünen, der den Erhalt der beiden Institutionen fordert, von der BVV einstimmig beschlossen.

Dass sich der Einsatz lohnt, zeigte sich unter anderem beim PrimaVita-Bad am Teltower Damm: Um Kosten zu sparen und aufgrund des Platzbedarfs des benachbarten Kennedy-Gymnasiums hatte der Senat 2023 Schließung und Abriss des Therapiebads angekündigt. In der Halle finden vor allem Kurse für Kinder, Schwangere und Sehbehinderte statt: „Angebote, die in dieser Form nur hier möglich sind, da das Becken über einen höhenverstellbaren Boden verfügt“, so Ziffels. Die SPD-Fraktion hat sofort reagiert und sich gemeinsam mit den Menschen im Bezirk für das Bad stark gemacht – mittlerweile ist klar: Die Schulmensa wird an anderer Stelle gebaut. Damit bleibt ein wichtiger Ort für Schwimmkurse und Rehasport im Bezirk erhalten.

Unsere Pressemitteilung finden Sie unter diesem Link.

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