Radiomoderator Rik De Lisle begeisterte Generationen von Radiohörenden und brachte den Berlinerinnen und Berlinern die moderne amerikanische Musik näher. Ende März ist De Lisle verstorben, die SPD-Fraktion möchte ihn mit einer Platzbenennung ehren.
Am 30. März ist der bekannte Moderator Rik De Lisle im Alter von 79 Jahren verstorben. Der gebürtige Amerikaner prägte die Berliner Radiolandschaft über viele Jahrzehnte: Viele junge Menschen in West-Berlin, aber auch in der DDR kamen durch seine Sendungen erstmals in Kontakt mit aktueller, amerikanischer Musik. Er erweiterte den kulturellen Horizont seiner Hörerinnen und Hörer beiderseits der Mauer, und trug damit zum friedlichen Austausch und Verständnis über alle Grenzen hinweg bei. Vor dem Hintergrund der Entfremdung während des Vietnamkriegs setzte er sich für ein positives Amerika-Bild ein. Nach dem Mauerfall baute er Brücken zwischen Musikerinnen und Musikern aus Ost und West.
Mit unserem Bezirk verbindet Rik De Lisle eine lange Beziehung: Ab 1978 ging er beim American Forces Network (AFN) in der Podbielskiallee in Dahlem auf Sendung. Seine letzten Lebensjahre war De Lisle in Lichterfelde zuhause, und seinem Kiez eng verbunden.
Die SPD-Fraktion möchte De Lisle angemessen würdigen und schlägt daher vor, eine Straße oder einen Platz im Bezirk nach ihm zu benennen. „Gerade in heutigen Zeiten wäre eine Straßenbenennung nach Rik De Lisle ein wichtiges Zeichen für die deutsch-amerikanische Freundschaft“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende Carolyn Macmillan, die selbst kanadische Wurzeln hat. Sie beantragt daher, Rik De Lisle auf die bezirkliche Straßenbenennungsliste zu setzen. „In den kommenden Jahren wird es im Neubaugebiet in Lichterfelde Süd eine Reihe von Straßen zu benennen geben – ich würde mich freuen, wenn eine davon Rik De Lisle gewidmet würde“. Zunächst sei jedoch die gesetzliche Frist von fünf Jahren nach dem Tod abzuwarten, bevor eine Straße oder ein Platz nach einer Person benannt werden dürfe, so Macmillan.
Ein sehenswertes filmisches Portrait über Rik De Lisle von Patrick Meyer vom Kiez.Report finden Sie unter diesem Link (YouTube).
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