Die SPD-Fraktion gedachte des Angriffs auf die Bevölkerung in der baskischen Stadt Guernica im April 1937 – und fordert für den 90. Jahrestag eine offizielle Gedenkfeier des Bezirksamts. Bis dahin sollte auch endlich die Spanische Allee umgewidmet sein.
Am 26. April 1937 wurde die baskische Stadt Guernica von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Der Angriff im Spanischen Bürgerkrieg traf gezielt die Zivilbevölkerung und wurde zu einem Symbol für die Schrecken moderner Kriegsführung. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause, viele ihr Leben. Am vergangenen Sonntag wurde wie in jedem Jahr dieses Verbrechens gedacht. Auf dem Guernicaplatz in Schlachtensee wurde dabei auch an die deutsche Verantwortung erinnert und an das klare Bekenntnis: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
Der Name des Platzes geht auf eine Initiative der SPD zurück, die damit gleichzeitig auf einen weiterhin anhaltenden Missstand aufmerksam machen wollte: Die Benennung der Spanischen Allee zu Ehren der faschistischen „Legion Condor“ – eben jenes verbrecherischen Verbands der Luftwaffe, der für die Zerstörung der Stadt Guernica und den Tod so vieler Zivilisten verantwortlich gewesen war. Nach jahrelangem Einsatz der SPD hatte die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf im September 2022 endlich beschlossen, die Widmung der Straße anzupassen – und anstatt einer Gruppe von Kriegsverbrechern der europäischen Einigung, der deutsch-spanischen Freundschaft und des Siegs über den Faschismus zu gedenken.
Tatsächlich hat das Amt das Prüfverfahren bis heute nicht abgeschlossen, wurde die Widmung nicht geändert. Für die kommende Sitzung der BVV hat die SPD-Fraktion daher eine Anfrage eingereicht, in der sie sich nach dem Stand des Verfahrens erkundigt. Das Amt wird zudem aufgefordert, darzulegen, welche konkreten Schritte es in den vergangenen dreieinhalb Jahren unternommen hat, um dem Beschluss nachzukommen. „Wir würden uns sehr wünschen, dass bis zum kommenden Jahr, in dem wir des 90. Jahrestags der Zerstörung von Guernica gedenken, diese unpassende ‚Ehrung‘ endlich aus dem Straßenbild unseres Bezirks verschwunden ist“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta, der auch in diesem Jahr wieder mit Mitgliedern der Fraktion sowie der lokalen SPD-Abteilung Seenplatte am Gedenken teilgenommen hat. Für den 90. Jahrestag im kommenden Jahr möchte die SPD-Fraktion außerdem erreichen, dass das Bezirksamt die offizielle Gedenkfeier gemeinsam mit dem deutsch-baskischen Kulturverein ausrichtet. „Es wäre schön, wenn dann auch der Platz und das Schild etwas gereinigt und hergerichtet werden könnten“, wünscht er sich.
Dieser Beitrag stammt aus unserem monatlichen Newsletter, den Sie unter diesem Link kostenlos abonnieren können.

