Filmemacher Eberhard Weißbarth gedachte in einer Veranstaltung auf dem Waldfriedhof Zehlendorf dem hundertsten Geburtstag der Diva, die wie kaum eine zweite das Berliner Lebensgefühl auf der Leinwand verkörperte.
Am 28. Dezember hätte die Schauspielerin, Sängerin und Autorin Hildegard Knef ihren 100. Geburtstag begangen. Aus diesem Anlass lud Filmemacher Eberhard Weißbarth einen Tag später zu einer Gedenkfeier auf dem Waldfriedhof Zehlendorf ein. Obwohl in Ulm geboren, wird Knef von den meisten wohl vor allem mit Berlin verbunden, wo sie ab dem sechsten Lebensjahr aufwuchs und als junge Frau ihre ersten großen Erfolge feierte.
Ab 1946 war sie am Schlosspark-Theater in Steglitz zu sehen. Noch im gleichen Jahr erhielt sie die Hauptrolle im ersten deutschen Film der Nachkriegszeit, „Die Mörder sind unter uns“. Einen handfesten Skandal lieferte 1950 der Film „Die Sünderin“, der die Themen Prostitution und Suizid behandelte, und Knef obendrein in einer kurzen Nacktszene zeigte – was in der damaligen Gesellschaft zu Protesten (für und gegen den Film) und Aufführungsverboten führte. In der Folgezeit lebte Hildegard Knef für viele Jahre in den USA, verkehrte mit Marlene Dietrich und Marilyn Monroe. Später feierte sie vor allem Erfolge als Sängerin, ihr Lied „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ ist bis heute ein Evergreen.
Nach ihrem Tod im Jahr 2002 wurde Hildegard Knef auf dem Waldfriedhof Zehlendorf beigesetzt. Bei der Veranstaltung am Montag, nur wenige hundert Meter vom Grab entfernt, berichtete Eberhard Weißbarth von Schwierigkeiten, skurrilen Momenten, aber auch herzlicher Nähe und Freundschaft bei der Arbeit an seiner Fernsehdokumentation, die er im Jahr 1990, direkt nach dem Mauerfall, mit und über Hildegard Knef in Berlin drehte. In mehreren kurzweiligen Anekdoten ließ Weißbarth sowohl die schillernde Diva als auch die gebrochene Frau, die unter Krankheiten sowie ihrer Zigaretten- und Alkoholabhängigkeit litt, lebendig werden. Den Abschluss der Gedenkfeier bildete die Vorführung der RIAS-Dokumentation, die Knef bei ihrer Rückkehr an die Stationen ihrer Jugend und frühen Karriere begleitet.

