Unsere Themen im Dezember 2025:
· Jahresrückblick
· Wohnungsbau-Potenziale
· Hilfe für Obdachlose
· Stadtrat als Grinch
· Verkehrssicherheit
· Ehrung einer Diva
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Liebe Leserinnen und Leser,
heute ist der letzte Tag des alten Jahres – bevor es ins neue geht, wollen wir Sie noch ein letztes Mal für 2025 über unsere Arbeit in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf informieren. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir zudem noch einmal zurückblicken auf Themen und Ereignisse in diesem Jahr.
Ohne zu übertreiben kann man wohl sagen, dass uns das Thema Mobilität – die öffentliche wie die individuelle – sowie die damit einhergehenden Herausforderungen in den zurückliegenden Monaten mit am meisten beschäftigt haben. Gleich zu Jahresbeginn veranstaltete die BVG mehrere Info-Abende zum Lückenschluss der U3 zwischen Krumme Lanke und Mexikoplatz. Dieser soll Fahrzeiten verkürzen und Umstiege vermeiden, die Prognose spricht von 12.000 Personen jeden Tag, die vom Ausbau profitieren. Dem stellt sich eine kleine Gruppe Anwohnerinnen und Anwohner entgegen, die aus Sorge vor Baulärm medienwirksam gegen das Projekt protestiert. Wir sind uns jedoch sicher: Die Verlängerung kommt! Beim Berliner Senat setzen wir uns dafür ein, dass die Strecke direkt bis zur Stadtgrenze fortgeführt wird, was einen Umstieg zur Stammbahn ermöglichen würde. Diese soll in den kommenden Jahren als Regionalbahn wieder aufgebaut werden. Im April wurde der erste Spatenstich für die U3-Verlängerung gefeiert; die Bauarbeiten an dem Tunnelstück unter der Argentinischen Allee, in dem sich bislang die Kehranlage befunden hat, haben mittlerweile begonnen. 2029 soll der Tunnel bis zum Mexikoplatz fertig sein.
Doch auch im Steglitzer Süden wäre eine U-Bahn-Verlängerung dringend nötig: Die Buslinien im Umfeld des S-Bahnhofs Lankwitz und der Kaiser-Wilhelm-Straße sind chronisch überlastet, die Straßen verstopft. Die S-Bahn soll nun immerhin ein zweites Gleis erhalten, was Verspätungen reduzieren wird – das generelle Problem jedoch nicht löst. Jahrelang verschleppt hat die damals grün geführte Berliner Verkehrsverwaltung zudem den S-Bahnhof am Kamenzer Damm, der aus Sicht von Fachleuten und der Bahn sinnvoll und machbar wäre. Auch wenn der Bau parallel zu den Arbeiten an der Dresdner Bahn natürlich weit einfacher gewesen wäre als jetzt, kurz nach der Fertigstellung, setzen wir uns weiter für die Station ein. Ein aktuelles Gutachten hat den Bedarf noch einmal bestätigt.
Derzeit werden große Teile unseres Bezirks hauptsächlich über Buslinien an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Diese stehen wegen Verspätungen und Ausfällen regelmäßig in der Kritik. Dies betrifft die bereits erwähnten, stark überlasteten Verbindungen in Steglitz ebenso sehr wie die ausgedünnten Linien in Zehlendorf, die oft nur im 20-Minuten-Takt verkehren. Eine wichtige Rolle spielt daher die Fortbewegung per Fahrrad. Umso mehr hat uns die Entscheidung des Berliner Senats geärgert, den Vertrag mit dem Sharing-Anbieter „Nextbike“ nicht zu verlängern. Als Folge plant das Unternehmen nun, sich aus den Außenbezirken zurückzuziehen. Positives gibt es aber auch zu berichten: Nach langen Verzögerungen kam vom Senat endlich grünes Licht für den Radweg in der Thielallee, für den wir uns viele Jahre lang eingesetzt haben.
Den Preis für die oftmals verfehlte und rückständige Verkehrspolitik des Berliner Senats zahlen insbesondere Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule. Hier kann die Bezirkspolitik jedoch einiges bewegen – Zebrastreifen, Ampeln, Gehwegvorstreckungen, Tempo-30-Zonen und vieles mehr konnten wir gemeinsam mit unseren Zählgemeinschaftspartnern umsetzen. Eine Übersicht der bereits fertiggestellten Projekte können Sie hier als PDF herunterladen, weitere Vorhaben möchten wir in den verbleibenden Monaten bis zur Wahl noch anstoßen.
Mit dem Sommer drückte der Klimawandel mit seinen Folgen wieder mit Macht ins öffentliche Bewusstsein. Unser Bezirk gilt mit seinen Parks, Wäldern und Seen als besonders grün, doch wer mit offenen Augen durch die Natur geht, kann überall Schäden durch Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall entdecken. Lange haben wir uns für die dringend nötige Umgestaltung und klimaresiliente Anpassung der Waldparkanlagen an Schlachtensee und Krumme Lanke eingesetzt – in diesem Jahr präsentierte das Bezirksamt endlich die ersten konkreten Maßnahmen. Ziel ist es, der Natur zu helfen, sich zu regenerieren, und gleichzeitig die Funktion der Seen als wichtiges Erholungsgebiet zu erhalten.
Eine typische Sommerloch-Behördenposse gab es 2025 auch: Ausgerechnet in der Hochsaison wurde der barrierefreie und auch von Fahrradfahrenden genutzte Zugang zu den Bootsanlegern an der Ronnebypromenade am S-Bahnhof Wannsee gesperrt und aufgegraben. Das zuständige Grünflächenamt schilderte stattdessen den steilen Serpentinenweg hinter dem Borussia-Monument als ersatzweisen Zugang aus. Erst auf unsere Nachfrage hin sah das Amt den Fehler ein und gelobte Besserung für künftige Projekte.
Es gab jedoch auch einiges zu feiern im zu Ende gehenden Jahr: Zahlreiche neue oder sanierte Spiel- und Sportplätze konnten eröffnet und den jungen Nutzerinnen und Nutzern übergeben werden, darunter die Skateanlage der Kinder- und Jugendeinrichtung „M-Street“ in der Dahlemer Marshallstraße, zwei Streetballplätze in der Thermometersiedlung in Lichterfelde Süd sowie den großen Spiel- und Sportplatz an der Lissabonallee in Schlachtensee. Unsere Jugendstadträtin Carolina Böhm hatte sich im Vorfeld für eine intensive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen eingesetzt – ein Erfolgsmodell.
Ein weiterer Grund der Freude: Nach über 30 Jahren kam der Kampf für eine Umbenennung der Steglitzer Treitschkestraße zu einem guten Ende. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hatte sich die SPD dafür eingesetzt, konnte sich aber nie gegen die wechselnden, stets CDU-geführten Zählgemeinschaften durchsetzen. Erst nach der Wahl 2021 ergaben sich neue Mehrheitsverhältnisse in der BVV. Dennoch dauerte es weitere Jahre bis zur tatsächlichen Umbenennung. Im August war es endlich soweit: Die Straße trägt seither den Namen von Betty Katz (1872 – 1944), Direktorin des Jüdischen Blindenheims in der Steglitzer Wrangelstraße.
Abseits dieser positiven Nachricht war die Gegend um die Steglitzer Schloßstraße vor allem mit negativen Schlagzeilen in den Medien zu finden: Leerstand von Ladenflächen, Vermüllung, der seit Jahren vor sich hingammelnde Bierpinsel sowie vor allem die ewige Bauruine des Kreisels prägen das Bild der Straße, die noch vor nicht allzu langer Zeit zu den erfolgreichsten Einkaufsmeilen Berlins zählte. Die von der BVG vermasselte Sanierung des U-Bahnhofs Schloßstraße musste derweil wegen nötiger Umplanungen für den Einbau eines Fahrstuhls noch einmal um mehrere Jahre verlängert werden, bevor schließlich ein Brand auf der Baustelle den U-Bahnverkehr in Steglitz wochenlang vollständig lahmgelegt hat.
Obwohl wir – der Vorstand der SPD-Fraktion ebenso wie unsere zahlreichen versierten und hochmotivierten Fachpolitikerinnen und -politiker – die Situation intensiv begleiten, konnten wir im zu Ende gehenden Jahr nur kleine Erfolge vermelden: Die Finanzierung der aufsuchenden Straßensozialarbeit konnten wir auch für die kommenden beiden Jahre sichern, zudem konnte die Kältehilfe-Einrichtung im Sockelgeschoss des Kreisels ihren Betrieb wie geplant aufnehmen. Der zusätzlich geforderte Wärmecontainer unter der Autobahnbrücke wird hingegen seit Monaten verschleppt, und das Stadtplanungsamt scheint mehr Kreativität in das Erfinden immer neuer Ausflüchte zu stecken, als in geeignete Maßnahmen gegen den Leerstand von Kreisel und Bierpinsel.
Mangelnde Kreativität hingegen konnte man dem Berliner Regierenden Bürgermeister Kai Wegner im November ebenso wenig vorwerfen wie den lokalen Bezirksverordneten von der Linken: In seltener Einigkeit und zur hellen Freude der Immobilien-Zocker der Adler-Group möchten beide die Steglitzer Hochhaus-Ruine in staatliche Verantwortung übernehmen. Woher das Geld kommen soll, und wie man sich mit den Eigentümern der bereits verkauften Luxus-Wohnungen einigen möchte, ließen CDU und Linke wohlwissend im Dunkeln. Warum ein Rückkauf eine ausnahmslos dumme Idee ist, und was die Berliner Politik aus der Stadtgeschichte lernen sollte, haben wir ausführlich auf unserer Website erklärt und sagen: Nein zum Kreisel – kein Steuergeld für Spekulanten!
Gerade mit Blick auf die Schloßstraße können wir nachvollziehen, warum sich bei manchen Menschen der Eindruck einschleicht, in unserem Land, in unserer Stadt, auch hier bei uns in Steglitz-Zehlendorf sei in den letzten Monaten und Jahren etwas „ins Rutschen geraten“: Verwahrlosung und Entfremdung, Klimawandel und Corona, Teuerung und Krieg scheinen uns umzingelt zu haben. Dazu kommen eine marode Infrastruktur und ein Aufstiegsversprechen, dass für viele nicht mehr eingelöst wird. Auch wenn der Anteil derer, die in Umfragen die eigene Situation aktuell als „gut“ oder sogar „sehr gut“ beschreiben, weiterhin konstant hoch bleibt, herrscht dennoch eine zunehmende Sorge gegenüber der gesamtgesellschaftlichen Lage. Das Wort „Polykrise“ machte 2025 die Runde.
Angst macht, was man nicht versteht. Wenn politische Prozesse und Entscheidungen als undurchsichtig und ungerecht wahrgenommen werden, kommt Ärger hinzu. Der Aufstieg der Sozialen Medien und der Künstlichen Intelligenz machen Populisten das Lügen und Verführen leicht. Gerne würden auch wir Ihnen sagen, dass wir den einen großen Plan haben, der alle Menschen reich und satt und glücklich macht, unsere Städte blitzblank und sicher, zu ewigem Frieden und Gerechtigkeit führt; alternativ könnten wir mit dem Finger auf Senat, Bundesregierung oder die EU zu zeigen, um uns aus der Verantwortung zu stehlen. Würden Sie uns glauben, sich besser fühlen? Hoffentlich nicht.
Was wir stattdessen in diesem Jahr getan haben und auch weiter tun werden, ist, politische Prozesse und lokales Verwaltungshandeln transparent zu machen und zu erklären. Bereits erreicht haben wir, dass die Menschen im Bezirk bei den sie betreffenden Entscheidungen eingebunden werden und ein Mitspracherecht erhalten. Was für Erwachsene schon gilt, soll in ähnlicher Form im kommenden Jahr auch für Kinder und Jugendliche folgen. Regelmäßig fühlen wir zudem der Bezirksverwaltung mit Kleinen und Großen Anfragen auf den Zahn – geantwortet wird öffentlich, vor Publikum im Saal, vor laufender Kamera, live für alle sichtbar im Internet.
Heute ist Silvester, der letzte Tag des Jahres – eine Woche erst ist seit dem Heiligen Abend vergangen, und fühlt sich doch wie eine Ewigkeit an. Trotzdem wollen wir zum Abschluss dieses Newsletters noch einmal an die frohe Botschaft erinnern, die untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden ist: Man muss nicht religiös sein, um zu erkennen, dass Zusammenhalt besser ist als Spaltung; dass Mitgefühl mit den Armen, den Ausgestoßenen, den Geflüchteten auch das eigene Leben bereichert; dass es sich besser lebt in einer Gesellschaft, in der alle solidarisch ihren Teil beitragen, damit am Ende alle satt werden; dass sich, wenn alle mit anpacken, auch in der dunkelsten Stunde ein helles Licht der Hoffnung finden lässt.
Auch 2025 haben wir wieder viel Engagement und große Hilfsbereitschaft bei uns im Bezirk erlebt, Menschen die zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Allen Freiwilligen und Initiativen, die dafür sorgen, dass unsere Welt ein besserer Ort ist, danken wir von ganzem Herzen! Mehr als alles andere ist es dieser Geist des Miteinanders und der Hoffnung, den wir mitnehmen möchten ins kommende Jahr.
Im Namen der gesamten SPD-Fraktion Steglitz-Zehlendorf wünschen wir Ihnen ein glückliches, gesundes, friedvolles und solidarisches Neues Jahr!
Mit herzlichen Grüßen,
Ihre
Carolyn Macmillan & Norbert Buchta
Fraktionsvorsitzende

