Montag, 22. Oktober 2018

Baumtod durch Falschparken?- Kleine Anfrage - Drs. 0233

Kleine Anfrage

Baumtod durch Falschparken?

 

Ich frage das Bezirksamt:

1. Wie viele Bäume mussten in den letzten sieben Jahren in der Fischerhüttenstraße auf dem Teilstück zwischen Berliner Straße und Argentinischer Allee gefällt werden?

2. Warum wurden die Fällungen notwendig?

3. Ist dem Bezirksamt bekannt, dass auf den großenteils unbefestigten Randstreifen PKWs bis an den Stamm heran parken?

4. Welche geeigneten Maßnahmen plant das Bezirksamt, um die Wurzeln der dortigen Bäume vor Schäden durch parkende Autos zu schützen?

 

Berlin Steglitz-Zehlendorf, 21. Mai 2012

Rainer Ziffels

 

Aus der Antwort der Bezirksstadträtin Frau Markl-Vieto:

1. In der Kürze der Zeit konnten die Daten der letzten sieben Jahre nicht ermittelt werden, dazu hätte in bestehenden Archiven nachrecherchiert werden müssen. 2011 und 2012 sind vier Linden gefällt worden.

2. Alle zu fällenden Bäume wiesen Absterberscheinungen auf, die hauptsächlich auf die Streusalzschäden zurückzuführen waren.

3. Parken ist auf beiden Seiten auf den unbefestigten Seitenstreifen erlaubt und durch ein Verkehrsschild angezeigt. Ein Teil der Bäume ist durch den Einbau von Baumbügeln geschützt, aber auch dort steht den Bäumen nur eine Freifläche von 4m² um den Baumstamm herum zur Verfügung, wenn Fahrzeuge direkt an die Baumbügel heranfahren. Eine Baumscheibe von 4m² entspricht den Mindestanforderungen in Bezug auf die Baumscheibengröße gemäß den Ausführungsvorschriften zu § 7 Berliner Straßengesetz über Geh- und Radwege. Nach den Beobachtungen vor Ort wird an die Bäume, die über keinen Baumschutz verfügen, nicht näher herangefahren als an die Bäume mit Baumbügeln. Schäden, die auf regelmäßige Kollisionen mit Bäumen schließen lassen, sind bislang nicht festgestellt worden.

4. Zurzeit sind nur im Bereich der Nordgrundschule Wurzelschäden durch das Parken zu verzeichnen. Hier wird versucht durch Auffüllen von Promenade die Wurzeln  besser zu schützen. Da keine unmittelbaren Schäden durch Parken im weiteren Verlauf der Fischerhüttenstraße zu verzeichnen sind, sind keine weiteren Maßnahmen zum Baumschutz geplant. Bei Altbäumen ist das nachträgliche Anbringen von Baumbügeln wegen der Wurzeln nicht möglich. Das Verschwenken des Radweges hinter die Bäume und das Anlegen von befestigten Parkplätzen im Bereich der jetzigen Radwege wäre nur im Rahmen einer größeren Investitionsmaßnahme möglich, grob geschätzter Kostenrahmen 1 Mio. €. Hier sieht das Bezirksamt zurzeit keine Priorität.

 

Zusatzfrage mit Priorität:

Ist dem BA bewusst, dass dort gegen die Baumschutzverordnung verstoßen wird?

Antwort: „Nein.“

 

Zweite Zusatzfrage mit Priorität:

Teilt das Bezirksamt unsere Einschätzung, dass es erst einmal sinnvoller ist, den vorhandenen Straßenbaumbestand zu erhalten, als für teures Geld neue Bäume zu pflanzen?

Antwort:

„Unbedingt, natürlich ist es besser.“ Die Stadträtin wird prüfen lassen, ob es Verstöße gegen die Baumschutzverordnung dort gibt, wovon sie gegenwärtig nicht ausgeht (deswegen die Antwort Nein bei der ersten Zusatzfrage), falls aber doch, wird dem Fragesteller dies noch schriftlich mitgeteilt.


 

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